Bunnahabhain Heavily Peated 2006, 50%

 

Vor einem guten halben Jahr entdeckte ich in meinem örtlichen kleinen Whiskyladen eine kleine unscheinbare Flasche mit Whisky aus der Brennerei Bunnahabhain aus Oloroso-Fässern, den ein Weinhändler aus Koblenz importiert, in frische Bordeaux-Fässer gefüllt und dann für das Bonner Pfeifen- und Cigarrenhaus auf kleine 350ml-Flaschen gezogen hat. Und der war eine Granate!

Nun hat ebenjener Weinhändler und Hobby-Whisky-Abfüller einen weiteren Bunnahabhain abgefüllt, der zuerst erst sieben Jahre in einem Refill-Hogshead und anschließend drei Jahre in einem Pedro Ximenez Sherryfass verbracht hat. Es handelt sich wieder um eine Einzelfass-Abfüllung ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration, die diesmal zwar nicht in Fassstärke – wie es sicherlich irrtümlich auf dem Etikett angegeben ist – aber mit kräftigen 50%  in die Flaschen gefüllt wurde.

Im Glas zeigt er eine leuchtend-rotbraune Farbe mit einem schönen Kupferton, die auf ein frisches PX-Fass schließen lässt.

Aroma

Sehr schöner würziger Rauch, der nichts phenolisches der südlichen Inselbrüder hat sondern eher Lagerfeuer am Strand, dann gleich süße schwere PX-Aromen, Rohrzucker und eine alte speckige Ledertasche vom Strand, an der noch eine sandige Salzkruste samt Seepocken klebt. Die Jugend kann er in der Nase nicht ganz verbergen, eine ganz leichte metallische Note nehme ich auch wahr. Dann noch dunkle aromatische Trockenfrüchte, leichte Schwefelaromen und süßer Pfeifentabak. Da finde ich so ziemlich alles, was ich an Bunnahabhain so liebe! Mit etwas Wasser kommen noch saftige Zitrusfrüchte dazu.

 Geschmack

Gewaltiger Antritt, der kräftige Alkohol schwemmt alles mit voller Kraft über die Zunge, viel ledrige Würze, trockener Rauch, eine ölige Süße, dunkle Früchte, Grapefruits, Rosinen, exotische Gewürze, kräftige herbe Holznoten – alles sehr intensiv und vollmundig!

 Abgang

Im langen Abgang klingt er wärmend mit mildem Rauch, einem dunklen Fruchtcocktail, etwas saftiger Grapefruit und schönen Eichennoten aus.

 Kommentar

Mit zehn Jahren hat er eigentlich schon so ziemlich alles mitgenommen, was ein Whisky braucht, auch wenn man ihm seine Jugend vor allem in der Nase anmerkt. Und trotz des kräftigen Einflusses des PX-Sherrys ist es unverkennbar ein Bunnahabhain. Zwar kann er seinen Vorgänger – ein Bunnahabhain aus dem Oloroso- und Bordeaux-Fass – nicht toppen, aber durch seinen milden Rauch und den heftigen Sherry-Einfluss ist er ihm durchaus ebenbürtig. Mal wieder ein ganz hervorragender Whisky dieses kleinen und ziemlich unbekannten deutschen Abfüllers, von dem noch einiges zu erwarten sein wird.

89/100

unbenannt-1491-bearbeitet


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