Tobermory 20, 55,8% (Whic)

Tobermory 20, 55,8% (Whic)

Das ist der zweite Tobermory, den ich aus der Whic-Eigenabfüllung probiere. Der erste war ebenfalls beeindruckende 20 Jahre alt und kam auch aus einem Hogshead. Dieser zwanzigjährige reifte ebenfalls in einem Hogshead und wurde mit 55,8% ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration abgefüllt.

 Aroma

Etwas verhalten strömen der Nase schöne Fruchtnoten entgegen, vor allem sehr saftige und eher herbe Zitrusfrüchte wie Pomelos, Limetten und Pampelmusen, dazu etwas frischer Pfeffer. Mit ein wenig Wasser übernehmen mildere Früchte wie Birnenpüree und etwas Banane das Ruder. Dazu dann eher relativ frische Eichennoten – fast wie aus einem Virgin Oak – und nun auch noch etwas Vanille.

 Geschmack

Wow, neben einer schönen alkoholischen Schärfe füllt eine schwindelerregende Süße den gesamten Mundraum, vor allem cremiger würziger Wald-Honig und Karamell. Und hier macht sich das Alter mit kräftigen herben Eichennoten richtig bemerkbar, die einen schönen Kontrapunkt setzen und nach und nach immer stärker werden. Die Früchte aus der Nase halten sich eher zurück.

 Abgang

Im ziemlich langen und wärmenden Ausklang bleiben vor allem milde Birnen, die schöne Honigsüße und die kräftige Eiche hängen.

 Kommentar

Stille Whiskys sind tief!

Da sieht man, wie stark die Fassreifung den End-Charakter eines Whiskys bestimmt! Der erste Tobermory aus dem Hause Whic hatte fast identische Eckdaten, aber sie sind doch zwei ganz verschiedene Brüder! Sozusagen Zwillinge, die bei unterschiedlichen Vätern groß wurden…
Dieser Tobermory ist trotz seines imposanten Alters kein lauter Vertreter. Er kommt vor allem in der Nase eher zurückhaltend und leise daher und offenbart seine Komplexität fast schon schüchtern. Insgesamt ist das ein sehr feiner 20jähriger, der Zeit und Aufmerksam braucht, damit man sein Potential entdecken kann. Lässt man sich auf ihn ein, wird man mit einem reich gefüllten Fruchtkorb und ungewöhnlichen Holznoten belohnt.

Vielen Dank an Arne Wesche von Whic für das Sample!

unbenannt-2712-bearbeitet

Tobermory 20 Jahre, 54,8% (Whic)

Tobermory 20 Jahre, 54,8% (Whic)

Ich kenne bislang nur den zehnjährigen Tobermory, und der konnte mich nicht wirklich begeistern – ihm merkte man das junge Alter zu deutlich an.
So war ich denn gespannt auf diesen 20jährigen aus meinem großen Whic-Tasting, der komplett in Bourbon Hogshead reifte und in Fassstärke mit 54,8% abgefüllt wurde. Ohne Farbe und ohne Kühlfiltration. Liest sich alles sehr gut, also ab ins Glas.

Aroma

Sofort kräftige Eiche, dann saftige Früchte wie Birne, Pflaume, Apfelmus. Und ich habe auch Salz, würziges Heidekraut und buttriges Shortbread. Der Alkohol ist schön ins Gesamtgemenge eingebunden Mit ganz wenig Wasser kommt auch noch eine schöne Vanillenote – nicht sehr stark, aber da.

Geschmack

Im Mund kommt er dann richtig fett, ein toller ölig-würziger Antritt mit viel Holz, einer grandiosen Karamell-Süße und einem schönen Früchtepotpourri. Der Alkohol kommt pfeffrig aber nicht sprittig, sondern schiebt die Aromen alle richtig in den Vordergrund. Der ganze Mundraum ist gefordert, der Speichel fließt und die Aromen werden immer feiner und komplexer, je länger er im Mund verweilt – eine Herausforderung bei der Stärke…

Abgang

Im wirklich langen Abgang hab ich in erster Linie eine schöne Wärme, dann wieder zwar herbe aber trotzdem sehr aromatische Eichennoten, Frucht und eine krautige Süße.

Kommentar

Die Nase ließ erst einen relativ unspektakulären Whisky vermuten. Alles sehr nett und auch durchaus komplex, aber die Erwartungen an einen 20jährigen setzen die Messlatte schon recht hoch. Im Mund geht er dann aber ab!  Fett und ölig legt er los und da merkt man dann auch das Alter.

Ein sehr schöner Whisky, der mich vor allem im Geschmack restlos begeistern konnte. Danke an Whic für die zur Verfügung gestellten Samples!

unbenannt-0427-Bearbeitet