Teeling Brabazon Bottling No.2, 49,5%

Teeling Brabazon Bottling No.2, 49,5%

 

Seit Ende 2015 produziert Teeling in Dublin eigenen Whiskey. Alle bislang unter diesem Namen erschienen Whiskeys stammen also aus eigenen alten Beständen, die John Teeling nach dem Verkauf von Cooley noch gebunkert hat. Damit finanzierten sie die nagelneue Destillerie und überbrücken die Leerphase zwischen Produktion und erster Abfüllung.
Neben den permanent erhältlichen Standards, wie den Single Malt, erscheinen bei Teeling immer wieder besondere Abfüllungen als Single Casks oder Batches in zum Teil extravaganter Aufmachung – siehe den Revival.
Die Brabazon-Serie kommt in gänzlich neuem Flaschendesign daher, dick und schwer und mit sehr schöner Prägung. Die No. 1 war noch dunkles Glas, diese No.2 ist Klarglas, man sieht den Whiskey hier sehr schön.
Ich möchte hier nicht mit der Geschichte der Familie Brabazon und ihren Einfluss auf die Entwicklung der Dubliner Stadtgeschichte eingehen – wen das interssiert, findet bei Google viele interessante Artikel. Das alte Haus der Brabazons liegt jedenfalls gleich neben der Destillerie und dient heute als Besucherzentrum.
Unter diesem Namen füllt Teeling Batches ganz besonders gelungener Fässer ab. No.1 kam aus verschiedenen Sherry-Fässern und diese No.2 nun aus verschiedenen Portwein-Fässern unterschiedlichen Alters und Port-Sorten. Das älteste Fass ist ganze 16 Jahre alt, das jüngste 8 Jahre. Es gibt auch eine grafische Darstellung, wieviel Prozente der jeweiligen Fässer verwendet wurden, aber so detailliert will ich das hier nicht vertiefen.
In die Flaschen kam der Whiskey mit vollen 49,5% und ohne Kühlfiltration. Über eine Färbung gibt es keine Angaben, aber bei dem schönen hellen rotbraun würde ich das anzweifeln.

 

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 Auge

Ein leuchtendes Kupfer mit einem schönen Altgold, man sieht sofort den Bezug zu den Weinfässern. Dass er nicht dunkler ausgefallen ist, mag auch an den verwendeten White-Port-Fässern liegen.

Nase

Alle Teeling/Cooley-Whiskeys, die ich bislang im Glas hatte, starteten erst mal mild und leicht zurückhaltend.
Doch der hier ist anders, der Portweineinfluss offenbart sich mir hier mit Noten von fruchtigem Leinöl in der Nase. Riecht schon mal sehr gesund! Auf diesem öligen Teppich baut sich dann gleich ein ganzer Obstkorb an Früchten auf. Frisch aufgeschnittene gelbe süße Mango und noch etwas unreife Bananen, rote Trauben und Birnenkompott. Honigsüße mit Spuren von Vanille und Karamell vertiefen die süßen Früchte noch weiter. Florale Noten nach Veilchen sind sonst nicht so mein Ding, aber hier sind sie dezent und quasi der Vorbote einer würzigen grasigen Kräuterwiese im Spätsommer, die sich bei längerem Riechen vor den Augen auftut – wirklich schön! Die zum Teil doch schon älteren Portwein-Fässer zeigen überraschend wenig Einfluss, in erster Linie hab ich frisch poliertes herbes Eichenholz und gehobelte Holzspäne.

 Gaumen

Dieser Teeling startet warm und trocken und mit nussig-öliger Textur. Es wird dann gleich auch richtig süß und fruhtig mit duftigem Akazienhonig, Heidekraut und einer wahren Fruchtexplosion mit dunklen Kirschen, frischen Erdbeeren und wieder exotischer Mango. Das Ölige lässt nicht locker, immer wieder kommen frisch zerkaute Leinsamen hoch, dazu gemahlene Pfefferkörner und Macadamianüsse. Die Süße wird weiter krautiger und es mogeln sich noch ein paar Mirabellen und süße Birnen dazu. Auch hier hätte ich mehr kräftige europäische Eiche erwartet, aber der holzige Charakter ist zwar präsent, bleibt aber eher im Hintergrund und schmeckt frisch geschlagen und poliert und leicht harzig.

Abgang

Der Abgang ist schon eine kleine Sensation! Zwar nicht übermäßig lang, dafür aber sehr aromatisch. Das Ölige hält weiter an, überreife Mirabellen, geröstete Anissamen und Haselnüsse, frisches Heu und helle Trauben sorgen für ein aromatisch-frisches Mundgefühl. Etwas herbe Eiche setzt trockene Akzente.

Kommentar

Das ist ohne Frage der ungewöhnlichste und schönste Teeling, den ich bislang hatte. Waren selbst die ziemlich teuren Flaggschiffe in den wunderschönen flachen Flaschen sehr mild und eben typisch irisch, so setzt Teeling mit dieser besonderen Abfüllungen sehr schöne Akzente. Die Portweinfässer überlagern nicht, sondern ergänzen die sonst leichten Abfüllungen vollmundig und sehr aromatisch. Der Brabazon No.2  kann mich in allen Belangen überzeugen, das wird nicht die einzige Flasche bleiben.
Ich bin schon gespannt auf die No.3!

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Teeling Revival 13, Calvados Casks, 46%

Teeling Revival 13, Calvados Casks, 46%

Die neue Teeling-Destillerie in Dublin ist nun fertiggestellt und die Produktion des eigenen Whiskeys ist vor gut einem Jahr bereits angelaufen. Und folgt man den diversen Internetauftritten, so ist man dort auch sehr experimentierfreudig – kürzlich kam auch rauchiges Malz zum Einsatz.
Eine große Experimentierfreude hat die traditionsreiche Teeling-Familie aber auch schon bei den bisherigen Abfüllungen der Altbestände nach der Trennung von Cooley’s 2011 unter Beweis gestellt. Es gab bereits zahlreiche Single-Cask-Abfüllungen mit Reifungen in den verschiedensten Fässern. Viele davon finden auch Verwendung in der ganz vorzüglichen Standard-Abfüllung ihres Single Malt. Ganze fünf verschiedene Fasstypen wurden dort miteinander vermählt.

Zur Eröffnung der nagelneuen Destillerie am geschichtsträchtigen New Market in Dublin – nach 125 Jahren wieder die erste Destillerie in Irlands Hauptstadt! – bringt Teeling nun nach und nach ganz besondere und sehr edel aufgemachte Revival-Abfüllungen heraus. Die erste war ein Single Malt, der 15 Jahre in Rumfässern gereift ist. Die zweite, die ganz neu erschienen ist, reifte 13 Jahre lang in ehemaligen Calvados-Fässern. Ich mag weder Rum noch den berühmten Apfel-Branntwein aus der Normandie, aber solche Fässer geben Whisky nicht selten sehr ungewöhnliche Aromen mit, die ihn dann überaus interessant machen können. Auch Springbank und andere Hersteller haben schon mit Calvados-Fässern experimentiert.

Ob der Inhalt der Flasche der zugegeben wunderschönen Verpackung gerecht wird, soll er nun zeigen. Abgefüllt wurde der Revival mit 46% und ist – wie alle Abfüllungen von Teeling – nicht gefärbt und auch nicht kühlgefiltert.

 

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Aroma

Gleich zu Beginn sowohl grüne säuerlich-saftige als auch gebackene reife Äpfel, mildes Birnenkompott, dann eine ganz ungewöhnliche Note nach frisch gemahlenem roten Kampot-Langpfeffer, Muskatnuss, Bittermandeln, etwas Eiche. Dann kommt auch die für Teeling so typische grasige Würze.

 Geschmack

Der Antritt ist anfangs sehr weich und mild, wird dann aber immer vollmundiger, gefolgt von einer pfeffrigen Schärfe, die nach und nach von einer karamellig-malzigen Süße überlagert wird. Auch die Äpfel kommen deutlich wieder und werden mit schönen Gewürzen und süßen tropischen Früchten ergänzt.

 Abgang

Im wärmenden mittellangen Abgang sind leicht herbe Eichennoten und süßes Malz spürbar und dann – wieder ganz typisch Teeling – frisch gemähtes Getreide.

 Kommentar

Der Teeling Calvados ist ein leichter aber keineswegs leichtgewichtiger Whiskey. Vor allem in der Nase zeigt er eine wunderbare Komplexität mit außergewöhnlichen Aromen, die sich zum Teil auch am Gaumen fortsetzt. Die Äpfel sind dank der Calvados-Fässer in der Tat omnipräsent, ohne aber zu stark den gesamten Whiskey zu dominieren – dafür sorgen viele schöne andere Aromen, die das Gesamtbild dieses Whiskeys deutlich erweitern.
Eine Abfüllung in Fassstärke hätte die Aromen vielleicht noch etwas kräftiger in den Vordergrund gebracht, aber man wollte bei diesen besonderen Abfüllungen wohl einen durchaus vertretbaren Kompromiss zwischen der berühmten Milde der irischen Whiskeys einerseits und der Komplexität durch spezielle Reifung andererseits eingehen.

Die ganze Aufmachung mit einer sehr schönen edlen Flasche und einer überaus hochwertigen schwarzen Kiste aus festem Relief-Karton mit Schaumstoff-Inlay, Frontklappe und Golddruck machen diesen Whiskey zu einem idealen Geschenk. Und man kann ihn ohne jeden Vorbehalt an Whiskyliebhaber verschenken. Oder auch an sich selber!

89/100

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Teeling Single Malt, 46%

Teeling Single Malt, 46%

Teeling ist DER neue Stern am irischen Whiskey-Himmel! Es gab im letzten Jahr einige neue Destillerien und Abfüller in Irland, die das vorher eher durchwachsene Niveau der irischen Whiskey-Landschaft auf einen ganz neuen Level gehoben haben. Dazu zählen vor allem Hyde, Glendalough und eben Teeling. Das Besondere dabei ist, dass keine dieser Destillerien bislang eigenen Whiskey produziert, sondern sie allesamt Whiskey aus der Cooley-Brennerei unter ihrem Namen vermarkten. Hyde hat das von Anfang an ganz offen kommuniziert, Glendalough machen da etwas Geheimniskrämerei und wollen damit ihre neu in den malerischen Wicklow-Mountains entstandene Destillerie finanzieren. Und auch Teeling hat mitten in Dublin nun die eigene Derstillerie fertiggestellt und die Produktion des ersten eigenen Whiskeys ist bereits angelaufen.

Somit  stammt auch dieser Whisky noch aus den alten Beständen, von denen sich John Teeling nach dem Verkauf Cooley’s an Beam/Suntory 2011 und der damit verbundenen Trennung von der Cooley-Brennerei noch eine ganze Menge gesichert hat. Und er hat sich da dank seiner Erfahrung offenbar auch die besten Fässer ausgesucht, denn einen solch komplexen Whisky von Cooley hab ich noch nicht kennengelernt.

Dieser Single Malt ist eine Mischung aus fünf verschiedenen Fässern – Sherry, Port, Madeira, Weißburgunder und Cabernet Sauvignon – klingt ja erstmal ein wenig nach Resteverwertung… Er enthält keine Altersangabe, wurde nicht gefärbt, nicht kühlfiltriert und mit 46% abgefüllt.

Aroma

Herbe saftige Grapefruits, Apfel-Birnen-Kompott und ein wunderbar kräftiger brauner Rohrzucker, würzige Eiche, Vanille, sahniges Karamell,  Alkohol ist nur zu Beginn recht präsent, unreife Bananen, noch einige schöne tropische Früchte,

Geschmack

Eine sämige Honigsüße, frisch gemähtes Getreide, gepflückte Kräuter, Pflaumen, Birnen, Rosinen, kräftige herbe Eichentöne, Stachelbeerkompott,

Abgang

Im ziemlich langen wärmenden Abgang bleiben vor allem eine feinherbe Würzigkeit und ein aromatischer Fruchtcocktail und saftige Zitronen hängen und es kommen dann noch schöne dezente Weinnoten mit sowohl trockenen roten als auch fruchtig-süßen Aromen zum Vorschein, die ich vorher so nicht wahrnehmen konnte. Und ganz zum Schluss noch eine grasige Süße, die an das Herumkauen auf frischen Gerstenstängeln erinnert.

Fazit

Einer der schönsten Iren, die bislang in meinem Glas waren. Die Mixtur aus fünf verschiedenen Fässern harmoniert wider Erwarten erstaunlich gut und ist hervorragend ausbalanciert. Vor allem der Abgang ist hier wirklich stark!
Man sollte nicht den Anspruch haben, die einzelnen Fässer und deren individuellen Einfluss auf diese Abfüllung zu erkunden – bei soviel Komplexität wird das ein unmögliches Unterfangen. Man muss ihn als End-Resultat betrachten, und der Teeling Single Malt ist in seinem Gesamtbild ein hervorragender Whiskey mit einem tollen PLV, der sich vor den etablierten Schotten kein bisschen verstecken muss!

88/100

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Connemara Turf Mór, Peated Irish Whiskey, 58,2%

Connemara Turf Mór, Peated Irish Whiskey, 58,2%

Nach einem fünfwöchigen beruflichen Aufenthalt in Galway hab ich mein Herz nicht nur an die wunderschöne Insel verloren, sondern auch der irische Whiskey hat seitdem bei mir einen dicken Stein im Brett – was wohl in erster Linie den netten Abenden in meinem Lieblingspub geschuldet sein dürfte…
Der Connemara ist der einzige rauchige irische Single Malt Whiskey und wird in der Cooley-Destillerie südlich von Dublin produziert. Anders als die typischen irischen Whiskeys ist der Connemara statt drei- nur zweimal in Pot Stills destilliert und er kommt damit seinen schottischen Verwandten rein produktionstechnisch ziemlich nahe.
Der Turf Mór ist nun noch etwas ganz besonderes: er ist „aus Versehen“ passiert. Cooley mälzt und trocknet die Gerste nicht selber – wie mittlerweile die meisten Destillerien -, sondern sie kaufen sie fertig an (beim Connemara wird gemunkelt, dass die rauchige Gerste gar aus Schottland importiert wird) Der normale Connemara ist nur leicht rauchig und zur Herstellung mischt man deshalb rauchige Gerste mit nicht-rauchiger Gerste, um einen milden Rauchgeschmack zu erreichen.
Bei einem Produktionsgang nun wurde dann angeblich eine Charge ungetorftes Malz verwechselt und man mischte zwei rauchige Gersten miteinander und erhielt dann ein stark rauchiges Destillat. Anstatt es nun zu verwerfen, gab man diesem „missglückten“ Batch den schönen irisch-gälischen Namen Turf Mór, der soviel wie „Großes Torfmoor“ bedeutet, und hatte damit eine stark limitierte Special Edition kreiert – es blieb bislang leider der einzige Unfall dieser Art bei Cooley.
Der Turf Mór hat keine Altersangabe und er soll nicht älter als die vorgeschriebenen drei Jahre sein. Er ist nicht gefärbt, nicht kühl-filtriert und wurde in Fassstärke abgefüllt.

* * *

Aroma:

Zitrusfrüchte, zurückhaltender weicher Rauch, nichts phenolisches, malzige Süße, frisches Heu, dominanter Alkohol, mit Wasser kommt noch mehr Süße und eine leichte Würzigkeit,

Geschmack:

süßer leicht kratziger Rauch, deutlicher als in der Nase, Vanille, Eiche nur in Ansätzen, die Süße und eine grasige Fruchtigkeit sorgen für Speichelfluss

Abgang:

die Süße und die Würzigkeit verfliegen schnell, der schöne Rauch bleibt erwartungsgemäß etwas länger haften, eine leichte metallische Note ist auch in Ansätzen spürbar, und auch das typisch irische „Schmieröl“ ist ganz leicht wahrnehmbar.

* * *

Fazit:

Der Turf Mór ist ein kräftiger, komplexer Whiskey mit einer ganz eigenen mild-süßen Rauchnote, die ich so bei noch keinem der vielen rauchigen Schotten hatte. Aber diesem Connemara hätte eine längere Reifung richtig gut getan! Schon die helle Farbe zeigt, dass er nicht länger als nötig in Fässern verbracht hat. Die leider nur in Ansätzen vorhandenen Potentiale hätten sich in einem guten Fass richtig entwickeln können. Gerade im Mund sind die Aromen zwar komplex, aber entwickeln sich nur zurückhaltend und mehr zusätzliche Würze aus dem Eichenfass hätte das alles noch schön abgerundet.
Der kräftige Rauch ist wunderbar weich und sehr schön ins Gesamtbild eingebunden. Der Turf Mór ist bei weitem nicht das Rauch-Monster, als das er oft beschrieben wird! Keine Spur von den echten Rauchbomben der nahen Insel Islay – hier knistert ein schönes rauchiges Kaminfeuer und brennt keine Fischhalle ab.

Warum man diesen „Unfall-Whiskey“ derart jung abgefüllt hat, verstehe ich nicht. Gerade so ein Einzelstück hätte man zu einem wunderbaren irischen Vorzeige-Whiskey ausbauen können! Chance leider vertan.

82/100

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Hyde No. 2 Dark Rum Cask, 46%

Irischer Single Malt Whiskey hat es noch recht schwer auf dem Markt – zu übermächtig ist die Konkurrenz des Nachbarn Schottland. Viele politische Umbrüche und wirtschaftliche Rezessionen der letzten Jahrzehnte zwangen die meisten der irischen Destillerien zur Aufgabe. Einige wenige blieben übrig und stellten die namhaften – meist blended – Whiskeys her. In den letzten Jahren aber tat sich einiges auf dem irischen Whiskey-Markt. Immer mehr neue Destillerien und Abfüller wie Teeling, Glendalough oder eben Hyde drängen auf den Markt und versuchen, dem irischen Nationalgetränk seinen verdienten Platz in der Welt wieder zu geben.
Einer dieser Abfüller sind die Hibernia-Distillers, zwei Brüder, die Single Malt Whiskey aus der Cooley-Destillerie in eigene Fässer abfüllen und ihnen nach zehn Jahren in First-Fill-Bourbon Casks verschiedene Finishes angedeihen lassen. Der Hyde No. 1 erschien Mitte 2015 und reifte in ausgesuchten frischen Oloroso-Fässern nach. Ende 2015 folgte dann der Hyde No.2, der in Dark Rum Fässern nachgereift wurde. Und im Frühjahr 2016 soll dann mit Hyde No. 3 ein sechsjähriger Single Grain Whiskey folgen.

 

* * *

Aroma:

Blüten-Honig, tropische Früchte, Marzipan, dezente ledrige Würzigkeit, leichte Salzigkeit, Eiche, Vanille, Spuren von Karamell

Geschmack:

eine warme, vollmundige und starke Süße breitet sich aus und der Alkohol ist kräftig, wieder eine schöne Würzigkeit, süße reife Früchte, süßer Pfeifentabak

 Abgang:

mittellang mit einer holzig-würzigen Süße und einem tropischen Kick im hinteren Gaumen.

 

* * *

 

Die Hyde-Brüder lassen alle verwendeten Fässer extrem stark ausbrennen – Alligator #5 – und das gibt einerseits einen relativ weichen Charakter, weil die verkohlte Fassschicht wie ein Holzkohlefilter wirkt, andererseits kann der Whiskey durch die entstandenen Risse tiefer ins Fassholz eindringen und schöne würzige Eichennoten aufnehmen. Im Mund ist er wunderbar süß, hat einen sehr vollmundigen Antritt mit kräftigem Alkohol und ein ganzer Fruchtkorb an tropischen Früchten öffnet sich.  Eine leichte Trockenheit sorgt für einen spannenden Gegenpol. Der Abgang ist nicht allzu lang geraten, einzig ein leicht rauchiges Aroma der ausgebrannten Fässer und etwas fruchtige Rum-Süße bleiben länger kleben.

Im direkten Vergleich finde den Hyde No.1 mit Olrorso Sherry Finish deutlich komplexer, runder und ausgewogener. Dem No.2 fehlt da der gewisse Kick.

83/100

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