Whic Sujet Tasting

Whic Sujet Tasting

Whic stellt drei neue Eigenabfüllungen vor, die alle ein besonderes Finish erfahren haben. Um deren Exklusivität hervorzuheben, haben sie ein neues Flaschendesign erhalten und jedes Etikett schmückt eine andere Aktstudie der litauischen Künstlerin Ruta Grigaite.

 

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Hier die Whiskys im einzelnen:

Whisky Nr.1 ist ein zehnjähriger Macduff, der nach einer Lagerung in einem Ex-Bourbon-Fass ein Finish in einem Madeira-Fass erhielt und mit 55% abgefüllt wurde. Limitiert auf 400 Flaschen.

Whisky Nr. 2 ist ein Fettercairn mit fast identischen Eckdaten, 10 Jahre mit Madeira-Finish und 52,6%

Whisky Nr.3 dann ein 21jähriger Tobermory, der nach gut 20 Jahren Reifung in einem Ex-Bourbon-Fass dann zur Nachreifung in drei wesentlich kleinere Octave-Fässer umgefüllt wurde, die vorher mit spanischem Sherry gesättigt wurden. Abgefüllt mit 48,6%.

Alle drei wurden weder gefärbt noch kühlfiltriert.

 

Nr.1 Macduff 2006/2017 Madeira-Finish

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Nase

Eine würzige Süße nach Waldhonig, herbe Zitrusrfüchte wie Pomelo und Grapefruit, man riecht ein Refill-Bourbonfass mit holziger Vanille und stumpfer Eiche, dazu etwas leicht tropisches wie Ananas und etwas Kokos.

Geschmack

Süßer teigiger Antritt mit Vanille, zuckersüße tropisch angehauchte Früchte, die immer intensiver werden, vor allem wieder schöne reife Ananas und Grapefruit. Unterlegt wird das Ganze mit leicht grasigen herben Eichennoten, die auch immer kräftiger werden.

Abgang

Im wirklich langen Abgang, der sich wärmend langsam Richtung Magen schiebt, habe ich weiterhin die fruchtige Süße mit deutlich dunkleren und sehr reifen Früchten.

Kommentar

Gefällt mir ausgesprochen gut. Das Madeira-Finish gibt einem schon recht schwachen Refill-Fass den nötigen Kick und verpasst dem recht jungen Macduff eine tropisch-fruchtige Komplexität. Anfangs sehr leicht und fast unscheinbar, entwickelt sich mehr und mehr eine warme Komplexität. Am Gaumen deutlich runder und schöner als in der Nase.

 

Nr.2 Fettercairn 2006/2017 Madeira-Finish

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 Nase

In der Nase dem Macduff erst mal gar nicht so unähnlich, wenngleich der Fettercairn da etwas verhaltener daherkommt. Zwar öliger und dicker in der Nase und auch schön fruchtig mit tropischen Anklängen, aber alles zurückhaltender. Neben den Früchten auch hier schöne holzige Eichenaromen.

Geschmack

Ist er in der Nase beinahe scheu, legt er dann aber am Gaumen los! Ölig, kräftig, warm und vollmundig mit würziger Süße und vielen vollreifen Früchten wie saftigen Pfirsichen, Mango, Orangen, Bananenpüree, Grapefruits und Honig, dazu dunkles Karamell – alles richtig fett und beeindruckend! Je länger man ihn imMund umherspült, desto schwindelerregendere Ausmaße nimmt die Süße an. Die herb-holzigen Eichennoten drücken dagegen und machen alles noch spannender.

 Abgang

Im Abgang klingen auch wieder schöne süße Früchte, eine Grasigkeit und Malzbonbons lange nach.

 Kommentar

Eines fällt direkt auf: den recht hohen Alkohol spürt man überhaupt nicht, weder stechend in der Nase noch brennend im Mund – wunderbar eingebunden. Am Gaumen ist der Fettercairn dann ein echtes Erlebnis! Sehr voll und breit verbindet sich da der ölige Grundcharakter von Fettercairn mit der üppigen süßen Fruchtigkeit des offenbar richtig guten Madeira-Fasses. Großartig!

 

Nr.3 Tobermory 1995/2017 Finish in Sherry-Octaves

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 Nase

Bei dem Alter erwarte ich alte muffige Fassnoten, aber hier ist es glatt polierte, fast frische Eiche, dazu eingeweichte Vollkornkekse, überreife süße Zwetschgen, dunkle Kirschen, schöner würziger Tabak, alle Aromen sehr tief und intensiv.

 Geschmack

Nicht gleich die typischen Sherrynoten, die oft schwer und behäbig daherkommen, sondern eine schöne frische Fruchtigkeit nach saftigen Zwetschgen, Mirabellen und Pflaumenmus, Pfirsichmarmelade, knackige Kirschen in einem Mantel aus dunkler Schokolade, Haselnusscreme. Mit der Zeit kommen dann aber doch noch ledrige und herbe Noten von Tabak und auch die Octave-Fässer schlagen mit einer hellen herben Holzigkeit durch.

Abgang

Der lange Abgang gestaltet sich dunkel-fruchtig mit herben Röstaromen und karamellisierten Kirschen.

Kommentar

Das Alter und die Farbe lassen einen typischen schweren Sherry-Whisky erwarten, aber dieser Tobermory überrascht mit einer eher leichteren, aber dennoch sehr tiefen Fruchtigkeit. Auch die Eiche hält sich trotz der Nachreifung in den kleinen Octave-Fässern zurück und ist hier eher hell und erinnert fast an Virgin Oak.

 

Zusammenfassung

Drei sehr gelungene Abfüllungen, denen die jeweiligen Finishes sehr schöne Aromen berschert haben. Mein Favorit ist der Fettercairn, der überaus kräftig und rund gelungen ist, da stimmt eigentlich alles.

Vielen Dank an Arne von Whic für die Samples!

 

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Tobermory 20, 55,8% (Whic)

Tobermory 20, 55,8% (Whic)

Das ist der zweite Tobermory, den ich aus der Whic-Eigenabfüllung probiere. Der erste war ebenfalls beeindruckende 20 Jahre alt und kam auch aus einem Hogshead. Dieser zwanzigjährige reifte ebenfalls in einem Hogshead und wurde mit 55,8% ohne Farbstoff und ohne Kühlfiltration abgefüllt.

 Aroma

Etwas verhalten strömen der Nase schöne Fruchtnoten entgegen, vor allem sehr saftige und eher herbe Zitrusfrüchte wie Pomelos, Limetten und Pampelmusen, dazu etwas frischer Pfeffer. Mit ein wenig Wasser übernehmen mildere Früchte wie Birnenpüree und etwas Banane das Ruder. Dazu dann eher relativ frische Eichennoten – fast wie aus einem Virgin Oak – und nun auch noch etwas Vanille.

 Geschmack

Wow, neben einer schönen alkoholischen Schärfe füllt eine schwindelerregende Süße den gesamten Mundraum, vor allem cremiger würziger Wald-Honig und Karamell. Und hier macht sich das Alter mit kräftigen herben Eichennoten richtig bemerkbar, die einen schönen Kontrapunkt setzen und nach und nach immer stärker werden. Die Früchte aus der Nase halten sich eher zurück.

 Abgang

Im ziemlich langen und wärmenden Ausklang bleiben vor allem milde Birnen, die schöne Honigsüße und die kräftige Eiche hängen.

 Kommentar

Stille Whiskys sind tief!

Da sieht man, wie stark die Fassreifung den End-Charakter eines Whiskys bestimmt! Der erste Tobermory aus dem Hause Whic hatte fast identische Eckdaten, aber sie sind doch zwei ganz verschiedene Brüder! Sozusagen Zwillinge, die bei unterschiedlichen Vätern groß wurden…
Dieser Tobermory ist trotz seines imposanten Alters kein lauter Vertreter. Er kommt vor allem in der Nase eher zurückhaltend und leise daher und offenbart seine Komplexität fast schon schüchtern. Insgesamt ist das ein sehr feiner 20jähriger, der Zeit und Aufmerksam braucht, damit man sein Potential entdecken kann. Lässt man sich auf ihn ein, wird man mit einem reich gefüllten Fruchtkorb und ungewöhnlichen Holznoten belohnt.

Vielen Dank an Arne Wesche von Whic für das Sample!

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Port Charlotte 2003/2015, 56% (whic)

Port Charlotte 2003/2015, 56% (whic)

Nun die Nr. 4 des großen Whic-Tastings. Es geht wieder auf die Insel Islay und es qualmt im Glas!

Port Charlotte ist die stark rauchige Version der Brennerei Bruichladdich auf der Insel Islay. Meine Liebe zum Whisky begann zwar mit einem jungen wilden Lagavulin, inzwischen trinke ich aber vermehrt nicht- oder kaum-rauchige Whiskys. Dennoch landen die typischen Islay-Raucher immer wieder mal im Glas und ich genieße dieses wirklich einmalig intensive Erlebnis, das man so bei keinem anderen Getränk hat.

Dieser Port Charlotte nun reifte 12 Jahre lang in einem Hogshead und daraus wurden 180 Flaschen mit einem kräftigen Alkoholgehalt von 56% für Whic abgefüllt. Die Farbe ist goldgelb und er ist nicht kühlfiltriert und ohne Farbstoff. Löblich!

Aroma

Sehr kräftiger aber kaum phenolischer Rauch wie man ihn von Islays Südküste kennt. Eher würzig und an ein Lagerfeuer am Strand erinnernd. Dann süße saftige Orangen, frische Limetten, altes Leder, gepökeltes Dörrfleisch, Eichenfass, Vanille – das der aus dem Hause Bruichladdich kommt, erkennt man unschwer an der typischen ledrigen Würze.

Geschmack

Starker pfeffriger Antritt und furztrockener aschiger Rauch begleitet von einer umwerfend schönen sämigen Süße, kräftige Vanille, eine helle Fruchtigkeit mit Mirabellen und Pfirsichen. Und auch hier wieder die maritimen salzigen Noten und der Räucherschinken. Die Eiche ist wenig dominant und sie setzt hier nur leichte herbe Eckmarken.

Abgang

Im Abgang bleibt natürlich vor allem der Rauch hängen, der hier deutlich milder daherkommt. Dazu noch eine Süße, ledrige Würze und Holznoten vom Fass.

Kommentar

Der Kuss des Kettenrauchers!

Ich hab diese Abfüllung hier mal direkt mit dem Port Charlotte Scottish Barley verglichen und die Unterschiede sind schon deutlich. Dieser hier wirkt – obwohl älter – ruppiger und ursprünglicher. Die Nase muss sich erst mal durch den Rauch herantasten, dann kommen aber all die schönen Noten, die ihn von der Standardabfüllung deutlich abheben. Er wird runder und komplexer, je mehr Zeit man ihm gibt. Überzeugen kann dieser Port Charlotte vor allem am Gaumen. Das Spiel zwischen trockenem Rauch und hinreißender Süße ist großartig und die typische Würzigkeit verrät die Brennerei.
Ein weiteres Beispiel, dass es sich immer lohnt, mal über den Tellerrand der Brennereiabfüllungen hinauszuschauen. Im Meer der zunehmenden NAS-Abfüllungen finden sich zum Glück dann solche Flaschen, die ohne viel Schnickschnack überzeugen können.

Wer rauchige Whiskys mag, bekommt hier einen wirklich komplexen und kräftigen Islay-Malt mit Ecken und Kanten – wie man es von Bruichladdich kennt.
Gefällt mir sehr gut!

87/100

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Tobermory 20 Jahre, 54,8% (Whic)

Tobermory 20 Jahre, 54,8% (Whic)

Ich kenne bislang nur den zehnjährigen Tobermory, und der konnte mich nicht wirklich begeistern – ihm merkte man das junge Alter zu deutlich an.
So war ich denn gespannt auf diesen 20jährigen aus meinem großen Whic-Tasting, der komplett in Bourbon Hogshead reifte und in Fassstärke mit 54,8% abgefüllt wurde. Ohne Farbe und ohne Kühlfiltration. Liest sich alles sehr gut, also ab ins Glas.

Aroma

Sofort kräftige Eiche, dann saftige Früchte wie Birne, Pflaume, Apfelmus. Und ich habe auch Salz, würziges Heidekraut und buttriges Shortbread. Der Alkohol ist schön ins Gesamtgemenge eingebunden Mit ganz wenig Wasser kommt auch noch eine schöne Vanillenote – nicht sehr stark, aber da.

Geschmack

Im Mund kommt er dann richtig fett, ein toller ölig-würziger Antritt mit viel Holz, einer grandiosen Karamell-Süße und einem schönen Früchtepotpourri. Der Alkohol kommt pfeffrig aber nicht sprittig, sondern schiebt die Aromen alle richtig in den Vordergrund. Der ganze Mundraum ist gefordert, der Speichel fließt und die Aromen werden immer feiner und komplexer, je länger er im Mund verweilt – eine Herausforderung bei der Stärke…

Abgang

Im wirklich langen Abgang hab ich in erster Linie eine schöne Wärme, dann wieder zwar herbe aber trotzdem sehr aromatische Eichennoten, Frucht und eine krautige Süße.

Kommentar

Die Nase ließ erst einen relativ unspektakulären Whisky vermuten. Alles sehr nett und auch durchaus komplex, aber die Erwartungen an einen 20jährigen setzen die Messlatte schon recht hoch. Im Mund geht er dann aber ab!  Fett und ölig legt er los und da merkt man dann auch das Alter.

Ein sehr schöner Whisky, der mich vor allem im Geschmack restlos begeistern konnte. Danke an Whic für die zur Verfügung gestellten Samples!

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Bruichladdich 11 Jahre Sherry Hogshead, 46% (whic)

Bruichladdich 11 Jahre Sherry Hogshead, 46% (whic)

Nach dem 9jährigen Bruichladdich aus dem Bourbon-Fass hier nun der zweite Streich aus dem großen Whic-Tasting. Wieder ein Bruichladdich, diesmal 11 Jahre im Sherry-Hogshead gereift, nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert und mit 46% abgefüllt.

 Aroma

In der Nase gleich sehr intensive Noten von saftigem Mirabellenkuchen mit Zitronenglasur (oder umgedreht…?) Altes speckiges Leder, salzige Meeresgischt – Bruichladdich halt. Die Suche nach den typischen dunklen Sherry-Noten bleibt bis auf ein paar eingelegte Rosinen nahezu erfolglos, dafür viele helle Früchte wie Birne, helle Pflaume und alles aus dem Zitrusbereich, Vanille, zarter Rauch und Holz. Alles sehr rund und kräftig. Alkohol ist kaum wahrzunehmen.

 Geschmack

Massiver Antritt! Neben der dominanten Würze breitet sich sofort eine faszinierende breitgefächerte und wuchtige Fruchtigkeit aus, die von süß bis sauer alles abdeckt und die gesamte Zunge beschäftigt! Das ist kein netter kleiner Fruchtkorb, das ist die ganze Früchtetheke von Edeka! Dazu deutliche Eichennoten, Vanillecreme, Salz-Karamell, Pfefferschärfe. Wenn das dann abebbt, kommt eine Welle heftig malzige Süße hinterher und wieder leichter Rauch.

 Abgang

Im Abgang hat man die schöne Süße, Zitrusfrucht, sehr schöner milder Rauch und Tabaknoten. Nicht besonders lang, dafür aber wunderbar harmonisch, dass es einen zum Nachfüllen des Glases drängt.

 Kommentar

Wow, einen derart fruchtigen und süßen Laddie hatte ich noch nicht! Da trifft Speyside auf Islay – als hätte sich der Master-Distiller von Balvenie mit ein paar Fässern ins Lagerhaus von Bruichladdich geschlichen. Sehr überraschend und spannend, aber ohne seine Herkunft zu verschleiern. Wer Laddies mag – und wer mag die nicht? – sollte den hier unbedingt probieren. Der protzt nicht mit massiver Würze und Kraft, sondern erstaunt mit Andersartigkeit. Gefällt mir sehr gut!

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Bruichladdich 2006/2015 Bourbon Barrel (whic)

Bruichladdich 2006/2015 Bourbon Barrel (whic)

Das hier ist ein unabhängiger Whisky-Blog, alle hier getesteten Whiskys habe ich selbst gekauft oder durch Flaschenteilungen erworben. Ich trinke gern Whisky, habe Spaß am Tasting und lerne gern neue Aromen kennen. Das freut auch den Bankberater.

Als mich kürzlich  eine Mail von Whic.de mit der Frage, ob ich denn mal einige der hauseigenen Abfüllung testen möchte, erreichte, war ich erst mächtig stolz und dann auch gleich skeptisch. Auf keinen Fall möchte ich mich abhängig machen oder irgendwie beeinflussen lassen oder im Firmenauftrag schreiben. Einfache Regel: wenn mir ein Whisky wirklich nicht schmeckt, dann schreibe und begründe ich das auch. Kam bislang allerdings kaum vor.

Objektivität ist bei subjektiven Sinneswahrnehmungen so ein Ding – die gibt es eigentlich nicht. Es gibt natürlich ein paar objektive Kriterien, die ein Whisky erfüllen sollte, aber ansonsten hat jeder Gaumen und jede Nase andere Messlatten, andere Erfahrungen und Assoziationen. Deshalb findet man bei fünf verschiedenen Testern auch fünf verschiedene Urteile zum gleichen Whisky.

Nun denn, machen wir es nicht komplizierter, als es ist. Ich teste hier die Abfüllungen von Whic.de, bekomme dafür keine Kiste Whisky vor die Tür (oder doch?), sondern netterweise ein paar Samples. Meine Gegenleistung: Ehrlichkeit. Punkt.

Um diese Abfüllungen geht es: Whic-Abfüllungen

Dann schauen wir mal, was die können. Ich fange mal mit einem Bruichladdich an.

Abfüllung Nr.1: Bruichladdich 2006/2015 9 Jahre Bourbon Barrel (whic.de)

Ein Bruichladdich aus einem Borbon-Cask, ohne jedes Finish. Neun Jahre jung und ungefärbt und in Fassstärke abgefüllt.

Aroma

Als erstes steigen schöne frische Zitrusnoten, Birne und saftiger Pfirsich aus dem Glas, gleich gefolgt von einem dezenten Rauch und der unverwechselbar salzig-ledrigen Laddie-Würzigkeit. Dann kommen Bittermandeln und eine sämige malzige Süße. Nach etwas Zeit im Glas drängen sich eine aromatische Bourbon-Vanille und  Karamell-Noten in den Vordergrund und bilden mit einer deutlichen Eiche und der Würze ein schweres öliges Aroma, über dem luftig leicht weiterhin eine helle Fruchtigkeit schwebt. Trotz Fassstärke ist der Alkohol nicht aufdringlich.

 Geschmack

Die Öligkeit setzt sich im Mund gleich fort. Da dominieren nach einem schwungvollen Antritt eine kernige Malz-Süße und grasige Noten wie frisch gemähtes Getreide. Ich hab als Kind immer gern auf frischen Gerstenstengeln gekaut und diese süße Grasigkeit hab ich auch hier. Dann kommen kräftige herbe Holznoten, eine schöne pfeffrige Schärfe und etwas Lakritze. Weiterhin auch gelbe Frucht – wenngleich auch deutlich dezenter als in der Nase. Wasser brachte keine grundlegenden Veränderungen, sondern macht ihn schlicht „wässriger“.

 Abgang

Die Tannine werden zum Ende hin stärker und hier kommt der Rauch auch noch mal kurz zum Vorschein und das alles bildet einen wärmenden mittellangen Abgang

 Kommentar

Ohne Frage – ich hatte schon deutlich komplexere Laddies im Glas, die aber auch interessante Finishs (und eine entsprechende Preisgestaltung) vorweisen konnten. Für einen reinen Bourbon Cask ist dieser hier ein durchaus vielschichtiger und eingängiger Whisky und ein typischer Bruichladdich, der auch ohne jede Zusatzreifung überzeugen kann.

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