Die erste Abfüllung, die exklusiv für eine Facebook-Gruppe von Arne von Whic.de organisiert wurde, war sehr begehrt und es gab deutlich mehr Interessenten als Flaschen. So entschied ein Losverfahren die Zuteilung – und ich ging leider leer aus. Einzig ein kleines Sample konnte ich ergattern.
Es handelt sich um einen 9jährigen Bunnahabhain von der Insel Islay aus der Octave-Serie von Duncan Taylor. Nun bin ein kein großer Freund dieser Octave-Abfüllungen, bei denen meiner Meinung nach schwache Fässer durch eine Nachreifung in den kleinen Octaves, die aus ehemaligen Sherryfässern hergestellt wurden, aufgepeppt werden.
Sei’s drum, einem Bunna kann ich nie widerstehen und ich hatte bislang auch noch keinen, der mir überhaupt nicht zugesagt hat. Und ich hatte derer schon Einige.
Und entscheidend ist – wie ja eigentlich immer – was hinten rauskommt.

Abgefüllt wurde dieser hier, wie erwähnt, für eine Facebook-Gruppe und der Bunna kam in Fassstärke mit 53,3% in die insgesamt nur 82 Flaschen.

 

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Auge

Schönes leuchtendes dunkles Altgold strahlt aus dem Glas, die Beine sind dünn und träge.

Nase

Initial strömt mir frisches Brioche entgegen, leicht buttrig und hefig. Dann folgen aber schon die für Bunnahabhain so typischen maritimen Aromen nach salziger Gischt und Meeresluft. Etwas überreife Zitrusfrüchte, die inzwischen mehr süßliche als saure Noten verströmen, bringen eine junge Fruchtigkeit ins Spiel. Schwere dunkle Sherry-Aromen kann ich nicht wirklich finden. Je länger er im Glas atmet, desto deutlicher kommen dagegen schöne süße Vanille-Aromen zum Vorschein. Etwas Salbei und frisches Menthol bringen einen kühlen Hauch, kantiges glattes Holz sorgt für etwas Fasseinfluss. Der Alkohol frotzelt ein wenig in der Nase.

Gaumen

Im Mund gleich sehr wuchtig und aromatisch, eine grasige und krautige Würze mit schönem Wiesenhonig und Vanillewaffeln. Salz und Zitrone – für einen kurzen Moment glaube ich mich bei einem Tequila-Tasting… Das Salz ist schön in eine karamellige Süße eingebunden, die allerdings nicht lange vorhält. Trocken und herb drängen polierte und hell glänzende Eichennoten nach vorn und erinnern mich in ihrer Intensität und schroffen Art schon fast an jungfräuliches Virgin-Oak.

Abgang

Im warmen und mittellangen Abgang verbleiben vor allem schöne süße Malznoten, Gerstenhalme und etwas Anis.

Kommentar

Für echte Tiefe und Komplexität fehlt es ihm an Jahren der Reifung – dass kann auch die Nachreifung für ein paar Monate in einem kleinen und reaktionsfreudigen Octave nicht ausbügeln. Mir sind ja dominante Sherry-Whiskys, wie sie mittlerweile austauschbar den Markt zu beherrschen scheinen, inzwischen fast ein Graus, aber hier vermisse ich dann doch das eine oder andere entsprechende Aroma. Aber insgesamt ein schöner junger und gefälliger Bunnahabhain, der vor allem im Mund Freude macht und seine Herkunft nicht verleugnet. Eine gelungene Gruppenabfüllung.

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