Rotwein-Finish – kauf ich!
In letzter Zeit drängen mehr und mehr Whiskys auf den Markt, die am Ende ihrer Reifung noch eine mehr oder weniger lange Nachreifung in diversen Rotweinfässern erhalten haben. Bei einigen geht es durchaus mal in die Hose, aber sehr oft erweitern die Rotweinfässer die Grundstruktur eines Whiskys mit vielfältigen, oft süß-säuerlichen Fruchtnoten und es entstehen dadurch echte Perlen, die mir sehr oft besser schmecken, als Sherry-Whiskys.
So auch dieser blended Malt von Old Perth, über den ich bislang zwei Versionen der enthaltenen Malt-Whiskys finden konnte. Laut einer britischen Informationsseite sind hier Whiskys der Destillerien Aultmore, Mortlach, Tomatin und Ben Nevis enthalten. Laut Info eines großen deutschen Online-Versandhändlers sind dagegen Whiskys von Inchgower, Auchroisk, Benrinnes und Balmenach in diesem Batch verschnitten worden. Wie auch immer – entscheidend ist, was hinten rauskommt.
Der Blend reifte dann noch in Zweigelt-Trockenbeerenauslese-Fässern eines burgenländischen Winzers und kam dann in voller Stärke und ohne Farbstoff und Kühlfiltration in die Flaschen. Diese erste Ausgabe der Cask-Strenght-Reihe von Old Perth ist auf knapp 1200 Flaschen limitiert

 

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 Nase

Schon beim ersten Riechen meine ich, die dunkle Schokolade und den mineralischen Rauch von Ben Nevis zu erkennen. Und ich finde auch die typische Grasigkeit und das milde Heu des Aultmore in der Nase wieder.
Neben dem Rauch drängeln sich frischer süßsaurer Kirschsaft und auch eingelegte Kirschen Richtung Nase, cremige Vanille, süße Saftorangen, dunkler Karamell, Zartbitterschokolade. Das Eichenholz kommt mit einer schönen Würze und bringt Aromen von Zedernholz ins Spiel.
Mit etwas Wasser hab ich leichte Schwefelnoten, wer das – wie ich – nicht mag, genießt ihn besser unverdünnt.

 Geschmack

Der Alkohol kommt mit voller Wucht und füllt den Mund mit warmer und knackiger Schärfe. Und auch der milde Rauch ist gleich da, aber er weicht schnell den anderen Aromen. So strömen dann auch gleich viele süß-säuerlichen Fruchtaromen prickelnd über die Zunge, gefolgt von aromatischem Honig, Süßholz, gekochtem Beerenkompott mit Vanille und saftigen Pampelmusen. Die Fässer hinterlassen mit herben und richtig holzigen Noten schöne würzige und anhaltende Aromen.

Abgang

Im ziemlich langen Abgang verbleiben leichter Rauch, Eichenholz, süßherbe Fruchtnoten und dunkles Karamell.

Kommentar

Aus welchen Whiskys er auch immer verblendet wurde – alles ist sehr vollmundig und stimmig, wenngleich auch nicht übermäßig komplex. Die Rotweinfässer geben nicht nur optisch was her, sondern runden diesen Blend mit sehr schönen süffigen Fruchtaromen ab. Ein überzeugender und erstaunlich preiswerter blended Malt, den ich schnell zu meinem momentanen Lieblings-All-Day-Dram gekürt habe.

 

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