Mackmyra Nathan Rotspon, 54,3%

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Mackmyra hat sich längst als feste Größe etabliert auf dem Whiskymarkt und ist inzwischen mehr als nur eine schwedische Kuriosität. Vor allem in Deutschland erfreut sich Mackmyra immer größerer Beliebtheit und der deutsche Markt ist so ziemlich das wichtigste Export-Ziel in Europa. Ob das nun ausschlaggebend war für die Kollaboration mit dem deutschen Weinhändler Heinrich von Have in Hamburg, weiß ich nicht. Es ist nun aber schon das dritte Jahr, in dem Mackmyra Whisky, der vorher in frischen Ex-Bourbon-Fässern und neuen Fässern aus schwedischer Eiche reifte, zu einer Nachreifung in den für Hamburg berühmten Rotspon-Fässern in die Hansestadt liefert. Rotspon bezeichnet eigentlich nur die Fässer, in denen zumeist Bordeaux-Wein aus Frankreich in die diversen Hansestädte geliefert wurden, um dort dann in Flaschen gefüllt zu werden. Rotspon-Weine sind seit langer Zeit eine berühmte Tradition vor allem in Lübeck und Hamburg.
Die allererste Abfüllung hieß einfach nur „Rotspon“, im Folgejahr erschienen dann drei Abfüllungen mit den Namen „Abraham“, Benjamin“ und „Big Daddy“, die relativ schnell ausverkauft waren. Im Jahr drauf folgten dann vier weitere Rotspon-Abfüllungen, von denen diese hier eine ist und den Namen „Nathan“ trägt. Allen gemein ist, dass es sich um Einzelfassabfüllungen in Fassstärke handelt. Die Etiketten sind puristisch und enthalten alle Informationen auf Deutsch.
Ich habe mir diesen Mackmyra extra für den Schwedenurlaub aufgehoben und ihn quasi re-importiert. In den langen hellen Nächten unter der nordischen Mitternachtssonne wurde er bei schönen Gesprächen am Lagerfeuer genossen. Und es wurden unter seinem kreativen Einfluss neue Wanderungen durch die einsamen und endlos scheinenden Fjälls mit all den großen Rentierherden geplant. Unvergessene Nächte.

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 Nase

Süße warme Früchte wie reife Pflaumen und eingelegte Kirschen, Johannisbeer-Kompott und gekochter Rhabarber mit einer sämigen Vanillesoße. Dazu aromatische Gewürze wie Zimt, Nelken und etwas Anis. Knackiges Butterkaramell, Marzipan und frische Bourbon-Vanille unterstreichen die Süße der Früchte. Eiche hab ich kaum in der Nase, hier dominiert ganz klar der schöne Rotwein, den der Whisky aus dem Rotspon-Fass gesaugt hat.

 Geschmack

Der Nathan startet heftig und warm und prickelnd, sofort breiten sich säuerliche Früchte wie Sauerkirschen, Stachelbeeren und unreife Pflaumen aus. Dazu würziger Pinienhonig, frisch gemahlener Pfeffer und eine ganzes Gewürzregal ringen hier um Aufmerksamkeit. Die verschiedenen Eichensorten kommen hier viel stärker zur Geltung, adstringierende Tannine des Rotweinfasses harmonieren ganz wunderbar mit den übrigen Aromen.

 Abgang

Der Abgang ist sehr lang und gehaltvoll, neben schönen würzigen Fruchtnoten habe ich auch Harz von Nadelbäumen, etwas Dill und wieder frischen Pfeffer. Er wird immer trockener und auch hier prägt die Eiche den Abschluss.

 Kommentar

Ich hatte schon viele Mackmyras im Glas und nicht selten schrieb ich, dass es der bislang beste war. Dass immer noch eine Steigerung möglich ist, zeigt dieser hier. Unglaublich komplex und voll und mit einer sehr breiten Aromenpalette kommt der Nathan daher. Ich hoffe sehr, dass die Rotspon-Abfüllungen zu einem festen Bestandteil bei Mackmyra werden. Andererseits wäre damit dann aber auch die Einzigartigkeit ein wenig in Frage gestellt. Ich erfreue mich einfach an dieser Flasche und bin glücklich, sie mein Eigen nennen zu können!

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3 Gedanken zu “Mackmyra Nathan Rotspon, 54,3%

  1. Mackmyra macht wirklich tolle Whiskys. Eine Abfüllung aus dem Rotspon-Fass hatte ich auf dem letzten Bottle Market probiert und ebenfalls für sehr, sehr gut befunden. Ich weiß allerdings nicht mehr, ob es der Nathan oder einer seiner Brüder war.

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    1. Erst dachte ich ja auch, die Unterschiede der einzelnen Flaschen sind marginal und nur bei einem direkten Vergleich nebeneinander erkennbar, aber die Intensität vor allem der Gewürze variiert doch schon deutlich. Und die neuen Mackmyra Rotspons für 2017 liegen ganz frisch zum Nachreifen in den Fässern bei Heinr. von Have in Hamburg. Wird sicher keine Enttäuschung. 🙂

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