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Amarone ist ein schwerer, trockener und extrem dunkler und aufgrund seines sehr aufwendigen Herstellungsverfahrens leider auch sehr teurer Rotwein aus dem Valpolicella . Die ausgesuchten Trauben werden mehrere Monate lang getrocknet und müssen immer wieder gewendet und aussortiert werden und bündeln dadurch sehr intensive Fruchtnoten, die dem Wein voluminöse dunkle Beeren- und würzige Kirsch- und Lakritzaromen spendieren. Der vorgeschriebenen mehrjährigen Lagerung in Eichenfässern verdankt der Amarone dann die namensgebende herbe Trockenheit. Amarone ist neben guten Primitivos einer meiner Lieblingsweine, ich genieße ihn aufgrund des hohen Preises aber leider eher selten.

In so einem großartigen Fass nun wurde dieser Arran gefinished. Wenn ich es richtig überschaue, ist das bereits die dritte Auflage der Cask-Finish-Serie, zu der auch dieser hier gehört. Früher hieß es, es sei ein Standard 10jähriger Arran aus Ex-Bourbon-Fässern, der dann noch für eine unbestimmte Zeit in den Rotweinfässern gelagert wurde. Genaue Angaben dazu sucht man leider vergebens. Bislang war der Arran Amarone immer schnell ausverkauft, und auch diese dritte Auflage ist inzwischen bei einigen Händlern schon knapp geworden.

Abgefüllt wurde er mit 50% und ist nicht gefärbt und nicht kühlfiltriert.

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 Im Glas

Heller Roséwein, fast lachsfarben, die Beine laufen rasch die Glaswand herab.

 Nase

Püriertes Beerenkompott mit saftigen Brombeeren, reifen Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen, kühlende Minze mit Menthol, süßer Vanillezucker, nicht die aromatische Bourbon-Vanille, sondern schon eher Richtung Vanillin, ein paar milde Gewürze, ein zarter dumpfer Blecheimer (vielleicht doch jünger als 10 Jahre?) und mit Wohlwollen etwas Eiche.

Geschmack

Leicht pfeffriger prickelnder Antritt, die Frucht wirkt nicht überladen, breitet sich sanft und allmählich im ganzen Mund aus, dazu eine angenehme Trockenheit der Tannine, die nicht adstringiert, eine schöne Honigsüße, ein Hauch aromatisch-süßer Langpfeffer, etwas Gewürznelke und nun auch deutlich mehr Eiche als in der Nase

Abgang

Im warmen Abgang trockene Eiche mit leichten Fruchtnoten und Weinaromen, ein süßes Campino-Fruchtbonbon bleibt noch lange hängen.

Das leere und leicht angetrocknete Glas riecht deutlich nach Rotwein.

 Kommentar

„Das soll Whisky sein?“ ist man fast geneigt zu fragen. Die Farbe ist schon sehr speziell und allein diesen Arran im Glas zu sehen, schon ein kleines Erlebnis.
Insgesamt ist das kein übermäßig komplexer Whisky, an dem man ewig herumschnuppern kann, aber er weiß in fast allen Belangen zu gefallen. Den Amarone-Einfluss merkt man aufgrund der wirklich schönen Beerenfrüchte deutlich und allein die Farbe macht sich toll im Glas. Ein ganz wunderbar leichter Sommerwhisky mit einem tollen PLV, den man an milden Abenden im Garten beim Grillen oder auf der Terrasse genießen kann. Und man kann damit auf Sommerpartys endlich all den Roséwein-Schlürfern lächelnd zuprosten und dabei unbemerkt seinem Hobby frönen. 🙂

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