Talisker Port Ruighe, 45,8%

Talisker – auch so eine Destille, die ich gerne mögen würde. Der Ruf der einzig wahren maritimen Inselbrennerei eilt ihr voraus und die Schar der Fans ist groß. Ich mag Whiskys mit maritimem Einschlag, das Salz, die Rauheit des Meeres – wenn mir solche Aromen entgegenschlagen, ist mein Herz eigentlich schon erobert. Bei Talisker hatte ich immer gemischte Gefühle. Einerseits gehe ich schon immer etwas voreingenommen an Whiskys heran, die künstlich gefärbt und kühlfiltriert sind – denn das ist heutzutage kaum noch kundenorientiert. Andererseits fehlte mir vor allem beim Mundgefühl immer das gewisse Etwas, das Markante und Spannende. Selbst eine hochprozentigere Sonder-Abfüllung, die ein Freund direkt in der Destillerie erworben hat, konnte mich nicht wirklich überzeugen.

Da ich Portwein-Lagerung sehr mag, gebe ich Talisker abermals eine Chance und hab mir den Talisker Port Ruighe erst mal als Sample besorgt. Vielleicht schafft er es ja dann mal als große Flasche in meinen Schrank.
Wie schon erwähnt: gefärbt und kühlfiltriert und abgefüllt mit den für Talisker üblichen 45,8%.

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 Nase

Süßer, leicht metallischer Rauch, aromatisches maritimes Salz wie an einem Kai, an dem das beständig schwappende Wasser eine dicke Salzkruste hinterlassen hat, vermengt mit ein paar Algen und Muscheln, etwas feuchtes Holz wie von knarzenden Fischerbooten am Steg. An Frucht hab ich vor allem Datteln und Pflaumen und getrocknete Aprikosen, dazu ein paar dezente Gewürze

 Geschmack

Trockener Rauch und eine säuerliche Fruchtsüße fluten den Mund und sorgen für ordentlich Speichel. Eine kurze heftige Schärfe bringt zwar schönen Pep, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass alles insgesamt recht flau und wässrig erscheint. Alles ist leider nicht sonderlich komplex und tief. Da gibt es kaum etwas, auf dem es sich lohnen würde, länger herumzukauen, um die Aromen weiter zu vertiefen.

 Abgang

Im Nachklang hängen vor allem ein milder Rauch und Fruchtsüße, entfernt auch etwas herbe Eiche.

 Kommentar

Wie die meisten Talisker finde ich die Nase sehr spannend, den metallischen Noten im Rauch merkt man die Anteile sehr junger Whiskys an, das Salz ist sehr maritim und unterstreicht den Inselcharakter hier deutlich. Der Einfluss der Portfässer gagegen ist nicht sehr dominant und bringt kaum Fruchtnoten, die irgendeinen Unterschied zu gewöhnlichen Sherry-Reifungen ausmachen würden. Im Mund hab ich dann das gleiche Problem, wie bei allen bisherigen Talisker – mir ist das zu verwässert und lasch. Talisker ist einfach nicht meine Destillerie.
Wäre der insgesamt länger gereift und hätte vor allem mehr Prozente und eine längere Lagerung in Portweinfässern – das wäre dann durchaus ein sehr runder und gelungener Malt.

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