Ich bin kein großer Freund von dreifach destillierten Whiskys, weshalb ich mich auch mit vielen Iren schwertue. Auf Milde getrimmt und ohne viele Ecken und Kanten sind sie mir meist einfach zu unspannend und oft auch zu weichgespült. Ich mag Whiskys mit Charakter und Dampf! Lange habe ich deshalb einen Bogen auch um Hazelburn gemacht – obwohl er in meiner Lieblings-Destille Springbank produziert wird. Ich hab mich aufgrund der überzeugenden Beurteilungen mal für den Rundlets and Kilderkins entschieden.
Das Besondere bei diesem 10jährigen Hazelburn sind die Fässer – die Rundlets & Kilderkins, die mit knapp 70 Liter Fassungsvermögen besonders klein ausfallen und während der Reifung entsprechend viel Austausch zwischen Whisky und Fass stattfinden lassen.

Dass er weder gefärbt noch kühlfiltriert ist, ist bei Springbank selbstverständlich. Abgefüllt wurde dieser Hazelburn mit 50,1%.

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 Aroma

Unverkennbar ein Springbank – nur der Rauch fehlt. Neben der dominanten Würze sofort richtig viel Nuss und etwas Kirsche – obwohl ich das Zeug überhaupt nicht mag, assoziiere ich hier gleich Mon Cherie… dann eine malzige Süße und weitere hellere Früchte wie Birnen, grüne Äpfel und Trauben, weiche cremige Noten und erdige Muffigkeit. Nach einer Weile kommt dann auch (endlich!) Springbanks salzige Meeresbrise – wenn auch nicht gar so präsent.

 Geschmack

Geschmack: Sehr kräftiger Antritt mit leicht floralen Noten nach Lavendel und Heidekraut und einer schönen sämigen Süße, und dann kommt eine kräftige Würze hinzu, geröstete Nüsse, Eiche und eine Chilischärfe, die wärmend den ganzen hinteren Rachen ausfüllt. Stark!

 Abgang

Im eher kurzen Abgang überwiegen milde holzige Noten und etwas grasig-malzige Süße und ganz am Ende dann doch so etwas wie ein ganz leichter feiner Hauch von Rauch…

 Kommentar

Nicht einfach nur ein Springbank ohne Rauch – der Hazelburn hat seinen eigenen Charakter, der mir durchaus gefällt. Er hat nicht die kräftige Öligkeit seines großen Bruders, aber ist dennoch sehr vollmundig und kräftig und zeigt eine Komplexität, die ich bei einem dreifach gebrannten Whisky nicht erwartet hätte. Vermutlich könnte Springbank 10fach destillieren und das Zeug wäre immer noch toll!
Nichtsdestotrotz werde ich dem Springbank weiterhin den Vorzug geben. Der leichte Rauch verbunden mit allem, was ich an Springbank so liebe, trifft einfach deutlich mehr meinen Geschmack.

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