Mackmyra 7 Jahre, Whisky.de, 49,6%

 

Der Blomstertid war ein echter Hit und Verkaufsschlager für Mackmyra. Wieder einmal eine kuriose Fasswahl, darunter PX- und Oloroso-Fässer und Fässer aus schwedischer Eiche, die vorher mit Kirschwein gesättigt wurden. Süß und tief und komplex und einfach großartig war er und ist inzwischen nicht mehr im Handel erhältlich.
Deutschlands größter Whiskyhändler hat sich nun eine Eigenabfüllung von Mackmyra abfüllen lassen, ein siebenjähriger Single Malt, der nach sechs Jahren in einem Ex-Bourbonfass für ein weiteres Jahr in einem Kirschweinfass reifte. Es sollten also ähnliche Aromen wie beim Blomstertid zu erwarten sein. Er wurde ungefärbt und offenbar ohne jede Filtration mit kräftigen 49,6% abgefüllt. Ganze 390 Flaschen gibt es davon.

Naturtrüb frisch gepresst aus dem Fass und rost-orange liegt dieser – na, ich warte erst mal, bevor ich ihn Whisky nenne…

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 Nase

Zuerst mal süß und fruchtig, und fruchtig und süß, klebrig süß. Zum Glück hab ich etwas Geduld und die tut auch diesem – ähhm, ja doch – Whisky gut. Nach und nach wird er komplexer, ich hab schönes Himbeergelee, saftige Grapefruits und – natürlich – Kirschen in allen Darreichungsformen. Pur und püriert, gepresst und eingelegt, frisch gepflückt und schon leicht vergoren. Vor allem aber süß. Und auch schon zu Beginn schöne holzige Noten vom typischen Mackmyra-Fass, dass immer etwas eichiger und säuerlicher daherkommt. Störend ist eigentlich nur der dominante Alkohol. Auf Wasser verzichte ich aus Furcht vor noch mehr Süße.

 Geschmack:

Sofort verteilt sich die erwartete fast likörartige Süße über der ganzen Zunge, eingelegte Kirschen und diesmal süß-herbes Johannisbeer-Gelee, geriebene Limettenschale und reife Orangen. Nach kurzer Zeit kommen schöne dunkle Röstaromen, als kaut man auf einer Espressobohne. Und auch hier deutliche frische Eichenaromen, die mit ihren herben Noten der Süße gegenlenken.

Abgang

Der Abgang ist relativ kurz, aber ebenso intensiv wie der Gaumen. Auch hier jede Menge Fruchtigkeit und herbe Eichennoten in schöner Harmonie, vor allem aber Malz bleibt länger hängen.

Kommentar

Der Vergleich mit dem Mackmyra-Highlight Blomstertid liegt natürlich nahe – bei beiden war ein Kirschweinfass im Spiel. Beim Blomstertid waren aber noch andere Nachreifungen beteiligt und machten ihn zu einem sehr komplexen Whisky. Dieser hier wirkt ein bisschen, als hätte man den Blomstertid noch mal destilliert und das Kirschweinfass extrahiert. Irgendwas wehrt sich, das noch Whisky zu nennen, aber ich mag ihn trotzdem. Fast mehr Likör, aber dennoch spannend und für sich genommen durchaus komplex. Mackmyra bleibt sich treu und macht alles eben doch etwas anders. Und das auch noch richtig gut!

 

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2 Gedanken zu “Mackmyra 7 Jahre, Whisky.de, 49,6%

    1. In Deutschlads größten Whisky-Store, für den er ja abgefüllt wurde, gibt es ihn schon noch. 😉
      Mir war er zu „kirschig“ für eine ganze Flasche, ich freue mich jetzt lieber auf den neuen Saisonwhisky „Skördetid“ aus dem Amaronefass und die neuen Rotspons. ❤

      Gefällt 1 Person

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