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Ich bin nun kein ausgewiesener Fan von Talisker. Bis auf die Destillers Edition konnte mich noch keiner dieser sehr beliebten Malts von der Insel Skye derart überzeugen, dass er seinen Weg in meinen Whiskyschrank gefunden hat.
Diese Flasche wurde von Talisker für die Vereinigung „Friends of the Classic Malts“ abgefüllt. Klingt hochtrabend, ist aber im Grunde eine geschickte Werbekampagne des weltweit größten Spirituosenkonzerns Diageo, dem natürlich auch zahlreiche Whiskybrennereien in Schottland gehören. Die haben dann mal eben eine Liste von „Classic Malts“ zusammengestellt, die allesamt die Vielfalt des schottischen Whiskys und den entsprechenden Regionen darstellen sollen. Überflüssig zu erwähnen, dass alle diese Whiskys natürlich zu Diageo gehören.

Für diese Abfüllung wurde das Destillat in drei verschiedenen Fassarten gereift. Welche das genau sind, erfährt man weder auf der Flasche noch sonstwo. Nur, dass jedes Fass diesem Whisky seinen eigenen Charakter und seine eigene Farbe mitgegeben hat.
Warum Talisker es dann noch für nötig hält, mit dem Farbstoff E150a nachzuhelfen, erschließt sich mir nicht wirklich. Als überzeugter Friend of Every Malt mag ich Natürlichkeit und kein Farbgepansche. Und ich hätte auch schon gern Informationen über die Fassauswahl, wenn man sie schon so stolz auf dem wirklich schön gemachten Etikett erwähnt.

Dann mal ab ins Glas und los.

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Nase

Frisch im Glas weht ein süßer feiner Rauch wie von einem Lagerfeuer am Strand heran, an Früchten hab ich frische Birnen, Mirabellen, ein Hauch Vanille und viel schöner Rohrzucker. Mit etwas Zeit im Glas kommen auch dunklere Beerenfrüchte und eine säuerliche Fruchtigkeit, dazu eine kräftige speckige Salznote.

Geschmack

Im Mund eine pfeffrige Schärfe, die wärmend den Mundraum ausfüllt, dann auch hier ein deutlicher Rauch und ein etwas unstrukturierter Fruchtcocktail. Hier hab ich auch herbe trockene Eiche und eine schöne prickelnde Würzigkeit mit Zimt und Nelken und eine richtig schöne malzige Süße, die Einem die Lippen lecken lässt. Das alles ist nicht wirklich kräftig, sondern wirkt trotz des für Talisker starken Alkoholgehalts von 48% eher seltsam platt.

Abgang

Wie bei den meisten rauchigen Whiskys ist der Abgang sehr lang und in erster Linie vom süßen Rauch dominiert, der lange am hinteren Gaumen klebt. Ein wenig helle grasige Fruchtigkeit gesellt sich auch noch dazu.

Kommentar

Am schönsten ist dieser Whisky in der Nase. Da habe ich eine wunderbare Komplexität und alles ist sehr fein aufeinander abgestimmt. Am Gaumen fand ich ihn dann leider etwas flach und unausgegoren, es wurden offenbar viele Refill-Fässer verwendet, die dann deutlich weniger ausgeprägte Aromen auf den Whisky übertragen.
Ich fand ihn nicht schlecht und zu einem Preis von ca. 50 EUR zusammen mit einem schönen Nosing-Glas durchaus eine Empfehlung. Die ursprünglich angesetzten 89 EUR, für die er bei Erscheinen angepriesen wurde, wäre er mir auf keinen Fall wert gewesen.

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