Mackmyra Äppelblom, 46,1%

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Die Kooperation zwischen Mackmyra und dem recht bekannten Calvados-Hersteller Christian Drouin aus der Normandie könnte passender nicht sein. Denn auch auch er und sein Sohn experimentieren gern mit Fasslagerungen. So füllt er seinen Calvados gern mal in ehemalige Banyuls-Barriques oder andere Fässer, in denen vorher Cognac, Wein, Likör oder andere Brände lagerten und die dann bei besonders gelungenen Fässern auch in Einzelfass-Abfüllungen verkauft werden.

 

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Würde mich nicht wundern, wenn in den Kellern in der Normandie neuerdings auch Calvados in ehemaligen Mackmyra-Fässern reift…
Der würzig-süße Grundcharakter von Mackmyra passt meiner Meinung nach hervorragend zu fruchtigem Calvados, so wanderte auch dieser Mackmyra ganz selbstverständlich in meine Sammlung.
Neben den Calvados-Fässern wurden für diesen Säsongswhisky auch Fässer aus frischer amerikanischer Eiche und ehemalige Bourbon-Fässer verwendet.
Wie immer ohne Farbstoff und mit den üblichen 46,1% abgefüllt.

 

 

 Nase

Bereits beim Einschenken ins Glas strömen süße Früchte der Nase entgegen. Und hier ist der Name Programm. Neben der typischen Mackmyra-Würze, die von der Süße des Destillats und dem Eichenholz der bei Mackmyra verwendeten kleinen 30L-Fässern geprägt ist, hab ich hier sofort kräftige Apfelaromen mit ein paar untergemogelten Birnen. Das Spektrum reicht von grün und knackig bis überreif und leicht vergoren. Verbunden mit den würzigen Eichennoten ist das wie ein Spaziergang durch einen spätsommerlichen Obstgarten, wo schon viele reife Äpfel gärig im Gras liegen und diesen betörenden aromatisch-süßen Duft verströmen. Die verwendeten Bourbonfässer steuern auch noch fette süße Vanillenoten bei. Das Holz der verschiedenen Fässer kommt hier recht dezent und frisch wie Hobelspäne rüber. Insgesamt alles sehr typisch Mackmyra – markant und eigenständig.

 Gaumen

Auch hier bestimmen die Äpfel die fruchtige Grundlage, kommen aber eher als süßes Apfelkompott mit Vanillesoße und leichten Gewürznelken. Daneben auch mundwässernde Noten von reifen gepressten Zitronen. Aber das herbe Eichenholz ist auch sofort da und knüppelt mit kantigen und staubtrockenen Noten gnadenlos dazwischen. Diese Divergenz zwischen den süßen Äpfeln und der herben Eiche ist zwar einerseits sehr spannend, lässt ihn aber auch etwas unausgewogen wirken. Aber alles ist noch im Rahmen und die schönen Apfelaromen sind einfach unwiderstehlich.

 Abgang

Auch hier dominieren eine schöne Apfelsüße und das trockene Eichenholz. Herbe Gewürznelken, Apfelschalen und süßes Malz bilden einen mittellangen Abgang. Am Ende bleibt ein frischer Nachgeschmack, wie nach dem Biss in einen Apfel.

 Kommentar

Kein herausragend komplexer Mackmyra, aber die Calvados-Fässer haben diesen Mackmyra deutlich geprägt und die schönen Apfelnoten machen ihn sehr spannend und markant. Für einen leichten Frühlings-/Sommerwhisky ist er aufgrund der harschen Eichenaromen vielleicht ein wenig zu kantig ausgefallen, aber insgesamt ist er stimmig und passt hervorragend ins Portfolio der Säsongswhiskys von Mackmyra. Da gab es durchaus schon weniger spannende Sachen.

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