Glenallachie 9 Jahre Pinot Noir Valinch Cask (Whiskyhort), 62%

 

Da staunt man über eine Facebookmeldung vom Whiskyhort in Oberhausen, der sein erstes eigenes Valinch-Fass zum Selberabfüllen im Laden stehen hat – da liegt am nächsten Tag ein Sample davon im Briefkasten! Vielen Dank dafür an Jürgen und Olaf vom Hort!
Bei dem Whisky handelt es sich um einen neunjährigen Glenallachie, eine recht junge Destillerie in der Speyside, die bei mir bislang noch keinen wirklich bleibenden Eindruck hinterlassen konnte.
Was dieses Fass für mich so spannend und auch unwiderstehlich macht – es handelt sich um ein Pinot-Noir-Fass. Wer meinen Blog hier auch nur ansatzweise verfolgt, weiß, wie sehr ich Rotweinlagerungen liebe. Von daher gehe ich voller Enthusiasmus an diesen Whisky heran.
Er hat nach neun Jahren noch sehr kräftige 62% Alkohol und ist als direkte Fassabfüllung selbstredend ungefärbt und nicht kühlfiltriert.

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 Geruch

Die für frische Rotweinlagerungen typischen roten Beerenfrüchte dominieren auch hier gleich den Duft, der aus dem Glas steigt. Vor allem Erdbeerpürree und Johannisbeergelee sind hier besonders hervorstechend. Dazu gesellen sich noch reife Saftorangen samt herb-saurer Schale und eine würzige dicke Malzsüße mit sehr kräftigen dunklen Rohrzuckeraromen. Vanille und leicht salzige Karamellnoten machen das ganze fast zu einem leckeren Dessert, alles ist sehr kräftig und vielschichtig. Meine allererste Assoziation war: fettes Marmeladenbrot.
Auch die Eiche fügt sich mit leicht herben Noten nach trockenem Tabak wunderbar in das schöne Gesamtbild ein. Der starke Alkohol ist durchaus spürbar, aber insgesamt für ein so junges Alter gut eingebunden. Nichts wirkt sprittig oder unreif. Wasser brauche ich nicht.

 Geschmack

Der erste Schluck offenbart keine großen Überraschungen, alles ist ähnlich wie in der Nase strukturiert. Dann aber kommen rasch schöne säuerliche Zitrusnoten. Vor allem saftige Orangen und überreife Zitronen lassen den Speichel sprudeln. Wärmend und fast pfeffrig legt sich ein schöner fruchtiger Teppich aus roter Grütze und flambierten Orangenscheiben mit würzig-malzigem Rohrzucker über alle Geschmacksknospen. Voll und kräftig das alles, die Eiche und Tannine des Weins bleiben auch hier eher dezent und steuern herbe hölzerne Röstaromen dazu.

 Abgang

Im erstaunlich langen Abgang für ein so junges Alter verbleiben schönes dunkles würziges Malz und eine fruchtige Beerensüße, vor allem wieder Erdbeer mit Vanille.

 Kommentar

Der erste Glenallachie, der mir rundum geschmeckt hat. Obwohl noch recht jung, ist alles schön rund und kräftig und trotz der Stärke gefährlich süffig. Der Rotwein dominiert zwar den Geschmack, aber er überlagert den Whisky nicht wie bei so manch anderen übereifrigen Abfüllungen, bei denen  Whisky nur noch vermutet werden konnte
Ein schönes Fass haben sich die Oberhausener Whiskyhorter da unter den Nagel gerissen. Man kann ihn natürlich auch im Online-Shop bestellen, aber dass man sich diesen Whisky vor Ort eigenhändig direkt aus dem Fass abfüllen kann, ist schon was Besonderes.
Prädikat: Lecker lecker.

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